„Solo“: bergundsteigen #134 ist da!
Wir haben uns natürlich Gedanken gemacht, ob wir über das Thema Free-Solo-Klettern im Schwerpunkt besser schweigen sollten. Andi Dick hat in einem Beitrag mit dem Untertitel „Free Solo und warum man nicht darüber schweigen kann“ schon seine abwägende Sichtweise im Alpenvereinsjahrbuch BERG 2026 dargelegt und erweitert sie für uns in diesem Heft.
Die Alpinistin Laura Tiefenthaler hat dazu eine klare Meinung: „Für mich persönlich habe ich beschlossen, Solo-Begehungen nicht mehr zu publizieren – zum Schutz anderer und auch zum Selbstschutz. Wenn das alle machen würden und wir zum Beispiel nach dieser bergundsteigen-Ausgabe erfolgreiche Free-Solo-Begehungen eher ignorieren statt feiern, könnte sich die Statistik eventuell verbessern.“
In einer Öffentlichkeit, die von Bildern, Klickzahlen und Heldennarrativen lebt, erscheint das bewusste Wegsehen fast wie ein Tabu. Genauer betrachtet trifft diese Forderung jedoch einen wunden Punkt: Medien erzeugen Bedeutung. Indem sie riskante Solotaten inszenieren (oder auch nur sachlich darüber berichten), verwandeln sie individuelle Grenzerfahrungen in kollektive Vorbilder – und damit Risiko in kulturelles Kapital.
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Schwerpunkt: Solo

Sinnlose Heldenspiele?
Starke Leistung oder sinnloser Narzissmus am Berg? Wahrer Mut oder leichtfertiger Hasardeurs-Trip. Wieso feiern wir extreme Alleingänger als Helden? Was sagt das über die Welt aus, in der wir leben? Versuch einer Deutung von Christian Penning.
Drei Alpinisten, drei Wege ins Alleinsein

Simon Gietl, Laura Tiefenthaler und Colin Haley gewähren Einblicke in eine Disziplin, die zwischen höchster Präzision, psychologischer Grenzerfahrung und philosophischer Selbstbefragung verläuft – das Rope-Solo-Klettern. Rabea Zühlke hat sie für uns interviewt.
Lead Rope Solo

In den letzten fünfzehn Jahren haben sich einhändig bedienbare Systeme zum Lead-Rope-Soloing (LRS) erheblich weiterentwickelt. Brent Barghahn stellt eine Methode zum gesicherten Freiklettern ohne Sicherungspartner:in vor.
Ultima Ratio oder der ganz normale Wahnsinn?
Beim Thema Free Solo scheiden sich die Geister: Königsdisziplin des traditionellen Alpinismus oder unverantwortliches Spiel mit dem Leben? Eine sehr subjektive Erörterung von Andi Dick.
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#134: Rubriken
bergsönlichkeit
Dem Polen Andrzej Bargiel gelang 2025 die erste durchgehende Skiabfahrt ohne Flaschensauerstoff vom höchsten Berg der Welt. Ein Gespräch über Drohnen, Risiko und die Wegfindung an einem ungewohnt einsamen Everest.
So kommst du das Seil da hoch!

In der Herbstausgabe thematisierten wir die passenden Werkzeuge zum Seilaufstieg. Diesmal geht es um die Aufstiegstechnik – ob bei der Selbstrettung, beim Nachstieg, an langen Fixseilketten bei Erstbegehungen oder beim Fotografieren.
Drohnen in der alpinen Notfallmedizin – quo vadis?

Drohnen haben sich in der alpinen Notfallmedizin in kurzer Zeit von experimentellen Geräten zu strategisch relevanten Einsatzmitteln entwickelt. Ein Überblick über die Technologie, ihre Grenzen und Rahmenbedingungen.
#alpinhacks
Inspiriert von italienischen Bergführern stellen wir einen adaptierten provisorischen Rettungsschlitten vor, der für die Verletzten mehr Komfort im schwierigen Gelände bietet.
Verhauer

In Engelberg herrschen an diesem Morgen perfekte Powder-Bedingungen – Lawinenstufe 3 und unberührte Hänge. Für Freeriderin Sanne Mona ist der Hang oberhalb des Jochstocks jedoch mehr als eine Line: Es ist der Ort ihrer Verschüttung – und der Ausgangspunkt eines langen Wegs zurück zu Risikoakzeptanz, Wissen und mentaler Stärke.
… und vieles mehr!
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