„Umkehr“: bergundsteigen #135 ist da!
Der Moment umzukehren ist nicht bloß ein Richtungswechsel im Gelände, sondern ein Augenblick der Erkenntnis: „Die Einsicht, dass ein eingeschlagener Weg seine Tragfähigkeit verliert“, wie Chefredakteur Gebi Bendler den Schwerpunkt beschreibt. Ein Moment, der schwer auszuhalten ist, innere Unsicherheiten zum Vorschein bringt und mitunter quälendes Loslassen, aber genauso Erleichterung bedeuten kann.
Ein Phänomen, das in sozialen Medien kaum Platz hat. Gezeigt werden Erfolgsgeschichten und gelungene Momente – nicht die Umwege, das Zögern oder die bewusste Entscheidung zum Abbruch. Genau dieser anderen Seite widmen wir uns im Schwerpunkt: Geschichten, die durch eine fehlende Umkehr tragisch endeten – wie am Großglockner –, Fragen nach der Verantwortung beim Führen ebenso wie Unfälle, die erst in einer heiklen Phase der Umkehr entstehen: beim Abseilen.
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Schwerpunkt: Umkehr

Das Großglockner-Verfahren
Bergsteigen bedeutet Kameradschaft – und vor allem wechselseitige Hilfe in Not. Das gilt nicht nur ethisch, sondern auch juristisch. Warum die rechtlichen Hürden der faktischen Führung dennoch hoch bleiben, erklärt der pensionierte Richter und Vorsitzende des Deutschen Gutachterkreises für Alpinunfälle, Klaus „Nik“ Burger, in einem Kommentar.

Wie weit geht Führungsverantwortung?
Ein Bergführer lässt zwei Gäste von einer Hütte alleine ins Tal fahren – an sich nichts Ungewöhnliches. Doch in diesem Fall sterben sie in einer Lawine. Wie ist das rechtlich und ethisch zu bewerten? Andi Dick betrachtet den Fall aus drei Perspektiven.
Ein tiefer Bruch: Die Geschichte eines Rückbaus am Stüdl- & Urkundgrat
Der Stüdlgrat gehörte einst zu den frühesten versicherten Klettersteigen der Ostalpen – ebenso wie der Urkundgrat in den Ötztaler Alpen. Chefredakteur Gebi Bendler erzählt die Geschichte dieser Grate: vom aufwendigen Ausbau bis zum bewussten Rückbau. Zwei Fälle, die für eine alpine Umkehr nach dem Ersten Weltkrieg stehen.
Die heikle Phase der Umkehr: Unfälle beim Abseilen
Flucht vor schlechtem Wetter, Überforderung oder Zeitnot: Eine Umkehr oder ein Rückzug beim Bergsteigen und Klettern ist häufig mit Stress verbunden. Es eilt – und Eile ist oft der erste Faktor einer Fehlerkette. Chris Semmel beleuchtet häufige Fehler und die Ursachen mehrerer Abseilunfälle.

Warum Männern die Umkehr schwerfällt
Es sind tief verankerte Rollenbilder, die unsere Entscheidungen prägen. Autor Daniel Kufner begibt sich auf die Suche nach internalisierten Mustern im „Männerraum“ Berg – und erklärt, warum eine Befreiung davon auch für Männer gesund wäre.
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#135: Rubriken
bergpersönlichkeit
Mehr als 20 Jahre war Bruno Hasler Ausbildungsleiter des Schweizer Alpen-Clubs. Der Rückblick auf seine Berufsjahre wirft ein Schlaglicht auf in der Schweiz sicherheitsrelevante Themen und ihre Entwicklung in den letzten Jahrzehnten.

Die Auswirkungen von Handkräften an Seilen
In vielen Situationen hat die Kraft, die wir mit unseren Händen auf ein Seil ausüben können, einen Einfluss auf die Funktion des Systems. Alexandra Dechavanne hat in ihrer Masterarbeit den Zusammenhang zwischen Handkräften und Variablen im Versuchssetup, konstruktiven Seileigenschaften und biometrischen Daten untersucht.
Danger Trail? Die Schattenseiten des Trailrunning-Booms
Leicht und schnell durch die Berge – für immer mehr Menschen Leidenschaft und Lifestyle. Entsprechend wachsen Trailrunning-Events und mit ihnen die Zahl schwerer Unfälle. Simon Schöpf geht der Frage nach, was Rennveranstalter tun können – und welche Rolle auch Alpenvereine übernehmen sollten.

Sommerzeit, Gefahrenzeit: Typische Situationen im Hochgebirge
Steinschlag, Felssturz, Erosion von Moränen: Gefahren beschäftigen uns im Hochgebirge seit jeher. Durch den Klimawandel verschärfen sie sich jedoch zunehmend. Womit wir es zu tun haben und worauf wir besonders achten sollten, erklärt Glaziologe und Bergführer Jérémie Gentizon vom Schweizer Bergführerverband.
Lehrer lämpel: Alpinklettern mit Jugendlichen
Die Berg- und Skiführerin sowie Kursleiterin bei den Jungen Alpinisten YOUNGSTERS Eva Schilders setzt in der Alpenvereinsjugend auf Praxis, Beteiligung und klare Vereinbarungen: Die Jugendlichen tun möglichst viel selbst, die Profis begleiten. Ein pädagogischer Kompass für Jugendliche – und aber auch Erwachsene.
#alpinhaks: Mach mal halblang!
Mit einer 120-Bandschlinge positionieren wir unser Abseilgerät etwas höher, wodurch die Bedienbarkeit komfortabler wird, das Abseilen mit Rucksack leichter und ein Kopfüber-Kippen ausgeschlossen wird. Aber warum genau eine 120-cm-Bandschlinge? Das erklärt Christoph Pirchmoser im alpinhak.
Diese Themen und viele mehr in der aktuellen Ausgabe!
