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Laura Tiefenthaler Abseilen nach der Potter-Davis an der Aguja Poincenot.
von Tom Dauer
08. Apr. 2026 - 12 min Lesezeit

bergsönlichkeit: Laura Tiefenthaler

Ein Leben in Doppelrolle: Jüngst und völlig verdient wurde Laura Tiefenthaler mit dem Paul-Preuß-Förderpreis für junge Alpinist:innen ausgezeichnet. Ihre beeindruckenden Leistungen in den Bergen sind jedoch nur eine Facette im Leben der 28-jährigen Innsbruckerin – die auch einem entspannten Sportklettertag etwas abgewinnen kann.

Sie hat es nicht eilig und schlägt vor, erstmal einen Kaffee trinken zu gehen. Es sei eh noch viel zu heiß, um im „Dschungelbuch“ zu klettern. Bis der Fuß der Martinswand im Schatten liege, könne man sich Zeit lassen. Kaffee also, oder doch lieber einen Maracujasaft, denn im Krankenhaus finde eine Besprechung nach der anderen statt, weshalb sie schon völlig „überkoffeiniert“ sei.

Laura Tiefenthaler und Thomas Bukowski auf dem Weg zur El Corazón
Laura und Thomas Bukowski auf dem Weg zur El Corazón am Cerro Chaltén aka Fitz Roy . Foto: Laura Tiefenthaler

Und gerne auf der Terrasse, nach einem halben Tag in Gängen und Sälen, aber bitte unter dem Sonnenschirm. Nun wäre es naheliegend zu glauben, Laura Tiefenthaler benötige diese eine Stunde Ruhe im Café, um von einer Welt in die andere zu wechseln: vom Landeskrankenhaus Hall in Tirol, wo sie einen Teil ihrer Ausbildung zur Allgemeinärztin absolviert – „gerade bin ich in der Gynäkologie, da ist es spannend“ –, vom Klinischen, Aseptischen, Hektischen also in die wilde Welt der Berge und der Felsen, in der sie sich zuhause fühlt.

Vermutlich wäre diese Annahme aber falsch. Denn der Wechsel von einem ins andere Ambiente ist im Leben der 28-Jährigen gewissermaßen eine Konstante. Beispiele gefällig?

Im Sommer 2020 absolviert die Medizinstudentin ihre letzte Prüfung an der Universität Innsbruck. Drei Stunden später ist sie auf dem Weg nach Chamonix, um mit Seilpartnerin Raphaela Haug den langen Grat von der Aiguille de l’M zur Aiguille du Grépon und zwei Tage später den Frêney-Pfeiler auf den Mont Blanc zu klettern.

Im Juli 2022 schließt Laura die Ausbildung zur staatlich geprüften Berg- und Skiführerin ab. Ein paar Tage später macht sie „eine weitere 180-Grad-Kehre“ und steuert mit der Facharztausbildung in „eine steile Lernkurve“. Am 31. Juli 2022 traversiert sie mit Babsi Vigl die Westliche, Große und Kleine Zinne sowie Punta Frida und Preußturm von West nach Ost.

Nach einem langen Tag kommen die beiden Frauen um 23:30 Uhr zurück zum Auto. Um 5 Uhr früh ist Laura in Innsbruck. Zwei Stunden später hat sie ihre erste Besprechung im Krankenhaus: der Beginn einer 65-Stunden-Woche. Die Beispiele ließen sich fortsetzen. Weshalb ein Tag zwischen Landeskrankenhaus und „Dschungelbuch“ im Kleinen spiegelt, wie Laura im Großen und Ganzen ihr Leben gestaltet.

Rollenwechsel

Laura ist elf, als sie zum ersten Mal eine Kletterhalle besucht. Ihre Eltern sind weder Alpinisten noch Kletterer, aber gerne in den Bergen unterwegs. Der Vater: Medizinprofessor und Betriebsratsvorsitzender an den Universitätskliniken Innsbruck. Die Mutter macht eine erfolgreiche Wissenschaftskarriere im Fachbereich Biologie. „Beide sind auf der Akademikerschiene unterwegs.“

Laura Tiefenthaler Abseilen nach der Potter-Davis an der Aguja Poincenot.
Abseilen nach der Potter-Davis an der Aguja Poincenot. Foto: Tad McCrea

Und unterstützen ihre Tochter bei allem, was sie tut. „Zweifel daran, ob ich mir etwas zutrauen solle, gab es in unserer Familie nicht. Meine Eltern haben mich immer ermutigt und gesagt, wenn ich etwas wolle, würde ich es auch schaffen.“ Als sie in einem Interview gefragt wird, wer ihre Kindheitshelden seien, antwortet Laura: „Meine Mutter ist eine Art Heldin für mich. Ich habe das spät begriffen, aber sie ist verdammt klug, sie ist erfolgreich, ohne damit hausieren gehen zu müssen, sie ist entspannt, liebevoll, ehrlich und unabhängig.

Die Meinungen anderer über sie kümmern sie nicht und sicherlich will sie keine irgendwie geartete Heldin sein, aber genau aus diesen Gründen ist sie eine.“ Ihre erste hochalpine Tour unternimmt Laura 17-jährig mit ihrem drei Jahre älteren Bruder. Die Geschwister klettern die „Mayerlrampe“ in der Nordwand des Großglockners, 1967 erstbegangen und der am besten erhaltene Eisanstieg an Österreichs höchstem Gipfel.

Vier Jahre und eine High-end-Auswahl alpiner Touren später wird Laura Teilnehmerin des zweiten Expeditionskaders (2017– 2019) des Deutschen Alpenvereins. Die Abschlussexpedition führt das Frauenteam in den indischen Garhwal Himalaya. Wiederum vier Jahre später begleitet Laura die Frauen des neuen Expedkaders in den Tasilaq-Fjord an der Ostküste Grönlands: „Es war eine interessante Erfahrung, aus der Rolle des Teammitglieds in die Rolle der ärztlichen Begleiterin zu schlüpfen.

Allerdings war ich froh, dass meine medizinischen Kenntnisse nicht benötigt wurden. Und es hat Spaß gemacht, das Team zu begleiten und miteinander wachsen zu sehen.“ Ihre Doppelrolle auf Expedition – oder den ständigen Rollenwechsel im richtigen Leben – als Doppelbelastung zu beklagen, käme Laura vermutlich nicht in den Sinn.

Eher sieht sie darin eine Herausforderung, die ihre Freude am Tun nicht halbiert, sondern verzweifacht. Damit zählt sie zu jener Sorte Mensch, die Großes und Großartiges leistet, dies aber nicht wahrnimmt, geschweige denn darüber spricht. „Ich kenne viele“, sagt Laura, „die noch auf einem ganz anderen Level unterwegs sind als ich.“

Laura Tiefenthaler Aguja Poincenot in Patagonien
Laura gemeinsam mit Tad McCrea in der Potter-Davis an der Aguja Poincenot in Patagonien. Foto: Tad McCrea

Da ist es wieder: Sich nach unten zu vergleichen, sich damit über andere zu stellen, das ist nicht Lauras Ding. Stattdessen blickt sie nach oben, zu denen, die vermeintlich noch mehr leisten, noch mehr können. Fishing for compliments ist das nicht; viel eher ein nüchterner Blick auf die Dinge und das Leben ganz allgemein.

Das „Dschungelbuch“ übrigens liegt noch immer in der Sonne. Gut so, denn man will sich noch etwas erzählen lassen von den vielen Abenteuern an großen Bergen, die Laura erlebt hat. Was in ihrem Fall eher bedeutet, es ihr aus der Nase ziehen zu müssen, denn eine große Rednerin ist Laura nicht.

Im Alleingang

Dabei hätte sie mehr Grund, auf die mediale Pauke zu hauen, als die allermeisten Alpinistinnen und Alpinisten ihres Alters. Große Touren, von denen jede einzelne für Normalbergsteiger einen Lebenstraum darstellt, hat Laura in Hülle und Fülle gesammelt. Um davon zu erfahren, nützt auch ein Blick auf @laura_tiefenthaler wenig, denn in ihrem Instagram-Account steht vermutlich nicht mal die Hälfte drin.

Stattdessen betont Laura lieber, dass sie es nicht für selbstverständlich erachte, oft und mit Ambitionen in den Bergen unterwegs zu sein: „Um ganz vorne mitspielen zu können, musst du privilegiert genug sein, damit du hart arbeiten und fokussiert bleiben kannst. Darüber hinaus brauchst du jede Menge Glück. Das beginnt schon mit der Lotterie um deinen Geburtsort.“

Nein, Selbstdarstellung ist Lauras Sache nicht. In den Fokus einer größeren Öffentlichkeit klettert sie sich im Spätwinter 2022. Mit Seilpartnerin Jana Moehrer gelingt ihr am 8. März eine Tagesbegehung der „Heckmair-Route“ in der Eiger-Nordwand, wobei „wir effizient kletterten, lange Seillängen machten und an allem anzogen, was in der Route steckt“.

Laura Tiefenthaler und Jana Mörer am Gipfel des Eigers
Laura Tiefenthaler und Jana Mörer am Gipfel des Eigers nach der Begehung der Heckmair-Route. Foto: Laura Tiefenthaler

Gut 14 Tage später, Rollenwechsel, hält Laura ihr Abschlusszeugnis der Medizinischen Fakultät in den Händen. Am Folgetag reist Dr. med. Tiefenthaler wieder nach Grindelwald, diesmal allein. Die Verhältnisse in der „Heckmair-Route“ sind immer noch gut, das Wetter stabil. Doch Laura hat Angst vor der eigenen Courage, Selbstzweifel und Sorge, von zu vielen Seilschaften in der Wand aufgehalten zu werden.

Prompt verklettert sie sich, verliert zwei Stunden, seilt ab. Den restlichen Tag verbringt sie grübelnd an der Station Eigergletscher, um Gefühle und Gedanken zu sortieren. Als sie am 25. März erneut in die Eiger-Nordwand einsteigt, „sind die Zweifel wie von Zauberhand verschwunden“. Mit jedem Klettermeter gewinnt Laura an Zuversicht und Selbstvertrauen.

15 Stunden benötigt sie für die „Heckmair-Route“, wobei sie sich in den schwierigen Seillängen selbst sichert. Damit gelingt ihr die vermutlich zweite Solo-Begehung der „Heckmair-Route“ durch eine Frau nach der Französin Catherine Destivelle – und das war 1992! Auf die Idee, ihre Leistung an die große Glocke zu hängen, kommt Laura nicht.

Natürlich ist sie stolz darauf, „aber was sie wirklich bedeutet, sollen die Leute selbst einordnen“. Vor diesem Hintergrund ist es ganz interessant, dass Laura dem Konzept des First Female Ascent (FFA), das die jeweils erste Begehung einer Route durch eine Frau als chronikwürdig betrachtet, eher skeptisch gegenübersteht.

Natürlich, wer sollte das besser wissen als eine Ärztin, gäbe es zwischen Männern und Frauen biologisch bedingte Unterschiede hinsichtlich Leistungsfähigkeit. Das müsse man hinnehmen: „Ich werde nie so schnell auf einen Berg rennen oder so schmale Leisten halten können wie ein Mann, der ein ähnliches Pensum an Energie und Zeit für die Berge aufbringt.“

Dennoch fürchtet sie, Frauen könnten sich zu Unrecht kleinmachen, wenn sie sich mit dem Label FFA schmückten. Die eigene Leistung in einen größeren, historischen Kontext zu stellen, sei dagegen eine Form der Selbstermächtigung.

Abstieg vom Eiger über den Westgrat bei Sonnenuntergang
Im letzten Licht. Abstieg vom Eiger über den Westgrat. Foto: Laura Tiefenthaler

Als Laura und Jana nach ihrer schnellen Eiger-Nordwand-Begehung ins Tal zurückkehren, stellen sie fest, dass der 8. März Internationaler Frauentag ist. „Wir waren uns einig“, schreibt Laura auf Instagram, „dass wir diesen Tag auf bestmögliche Art gefeiert hatten: an einem Ort, an dem es keine Vorurteile gibt – weil dem Eiger dein Geschlecht egal ist.“

Alpine Sirenen

Inzwischen liegen Wandbereiche des „Dschungelbuchs“ im Schatten und der Grip am Fels könnte ausreichend sein. Mit langen Schritten bewältigt Laura die paar Meter hinauf zu den Einstiegen, und man bekommt eine Ahnung davon, wie es ist, wenn sie den Turbo einschaltet. Ab und zu, sagt sie, benötige sie „diesen gewissen Kick“.

Warum auch sonst sollte man endlos lange, alpine Rundtrips vom Tal auf den Berg und wieder zurück auf sich nehmen, in Patagonien zum Beispiel? Im Februar 2020 ist Laura zum ersten Mal in den südlichen Anden. Die Gipfel oberhalb von El Chaltén haben sich seit den 1980er-Jahren von „einem Wartesaal für frustrierte Bergsteiger“ (Reinhard Karl) zum Abenteuerspielplatz einer alpinen Internationale entwickelt, die Jahr für Jahr Aufsehen erregende Neutouren erschließt, Klassiker in Windeseile wiederholt und fantasievolle Enchaînements verwirklicht.

Zu dieser bergsteigenden Hautevolee zählen auch Laura und ihre Bergführerkollegin Raphaela Haug, die als erste Seilschaft der Saison über die „Ferrari-Route“ auf den Cerro Torre und wenig später mit Babsi Vigl, der dritten Partnerin in crime, durch die „Supercanaleta“ auf den Fitz Roy klettern. Besser kann eine Patagonienbeziehung nicht beginnen.

Den vorläufigen Höhepunkt erreicht Lauras Liaison zum Jahreswechsel 2023/24. Ihren Seilpartner, den US-Amerikaner Thomas Bukowski, hat sie ein Jahr zuvor in Patagonien kennengelernt. Im Sommer hat sich das Team eingespielt: In gerade einmal 15 Stunden und 24 Minuten klettern Laura und Thomas die „Cassin-Route“ an der Westlichen, die „Comici“ an der Großen und die „Innerkofler“ an der Kleinen Zinne – es ist Thomas’ zweiter Klettertag in den Dolomiten.

Thomas Bukowski in den steilen Splitter Cracks der El Corazón
Thomas Bukowski in den steilen Splitter Cracks der El Corazón in Patagonien. Foto: Laura Tiefenthaler

Frisch ausgezeichnet mit dem Paul-Preuß-Förderpreis für junge Alpinistinnen startet Laura in ihre dritte Patagoniensaison. Als sich ein kurzes Wetterfenster anbahnt, steigen sie und Thomas in die windgeschützte Ostwand des Fitz Roy ein. Ihr Ziel: im Alpinstil durch die Route „El Corazón“, erstbegangen 1992 von Kaspar Ochsner und Michel Pitelka, 1250 Meter Wanhöhe, 45 Grad Eis, 6c/A2+, bisher fünf Wiederholungen.

Der Start gestaltet sich zäh, weil Laura und Thomas den richtigen Einstieg nicht finden, „das scheint bei mir ein Muster zu sein“. Ein schlafloses Biwak, gut 40 Seillängen und knapp 48 Stunden später erreicht die Seilschaft den Gipfel des Fitz Roy. Und ist der ganzen Wucht des sich rapide verschlechternden Wetters ausgesetzt.

Die Abseilfahrt über die „Franco-Argentinier-Route“ wird zu einem 12-stündigen Kampf gegen die Elemente. Kälte, Erschöpfung, Schlafmangel machen sich bemerkbar: „Manchmal“, schreibt Laura in ihrem Text „Patagonian Summer“, „kamen wir uns richtig matschbirnig vor.“

Dies ist die einzige bildhafte Beschreibung, die sich Laura in ihrem sachlichen Bericht für die Innsbrucker Alpenvereinssektionen erlaubt. Dem Geschehenen näher kommt man vermutlich, indem man Thomas’ Erinnerungen liest: „Ich begann mich zu fragen: Moment mal, sterben die Menschen in Patagonien auf diese Weise?

Während ihre Bewegungen langsamer werden, bedecken sich ihre Körper allmählich mit dem berüchtigten Reifeis … vielleicht sind die Eispilze hier oben, mit ihren sinnlichen, organischen Kurven, die Geister der Toten, die vor langer Zeit zu einem ewigen Heulen eingefroren wurden, Sirenen für Alpinisten – und vielleicht jetzt für mich.“ 70 Stunden nach ihrem Aufbruch kehren Laura und Thomas in strömendem Regen nach El Chaltén zurück. „Unsere Silvesterfeier“, schreibt Thomas, „war endlich vorbei.“

Ein Bergführerwitz

Das Grundrauschen der Inntalautobahn hallt an der Martinswand wider, und noch immer ist es schwülwarm, als Laura sich für ihre Aufwärmroute bereitmacht. „Baustellenambiente, abgespeckter Fels, Leistengezerre, und dann hat’s auch noch Zecken“, sagt sie und lächelt dabei. Es ist ein feines, selbstironisches Lächeln, das die Absurdität der Situation ebenso spiegelt wie Lauras ansteckende Begeisterung für alles, was mit der Vertikalen zu tun hat.

Natürlich hat auch die Ausrüstungsindustrie längst erkannt, dass die ihr eigene Mischung aus Können, Engagement und Nonchalance Laura zur idealen Werbeträgerin werden lässt. Sie selbst macht daraus weit weniger Hype als andere gesponserte Athleten – ihr Patagonia-Shirt ist verwaschen, die Scarpa- Schuhe sind abgetragen und von ihrem Edelrid-Seil muss sie das zerschlissene Ende abschneiden, bevor sie sich einbindet.

Tatsächlich ist Laura nicht angewiesen auf die Mischung aus Selbstvermarktung und Selbstausbeutung, die mit vielen Sponsorendeals einhergeht. Es könne schwierig sein, vermutet sie, in Würde zu altern, wenn das Bergsteigen der einzige Anker im Leben bliebe. Dank ihres medizinischen Brotjobs kann Laura ihrer Leidenschaft nach eigenem Gusto und ohne Druck von außen nachgehen, auch wenn „ich mir eine Karriere als niedergelassene Allgemeinärztin nicht vorstellen kann“.

Aguja Poincenot und Cerro Chaltén in der Spiegelung der Laguna de los Tres
Aguja Poincenot und Cerro Chaltén (Fitz Roy) spiegeln sich in der Laguna de los Tres. Foto: Tad McCrea

Dann schon eher von Praxis zu Praxis pendeln, aushelfen, einspringen, 20 Stunden pro Woche, das wäre ideal. Bevor Laura in ihr Projekt einsteigt, dreht sie sich noch einmal kurz um, Partnercheck, außerdem wolle sie noch einen Witz erzählen. Keine Sorge, sie kenne nur diesen einen, aber der gefalle ihr sehr.

Also gut. „Woran erkennt man einen Bergführer?“ – Kurzes Überlegen, ein Achselzucken. – „Daran, dass er es einem ungefragt erzählt.“ Laura blickt einen aus großen Augen an und lacht, und weil ihr Lachen ansteckend ist, lacht man mit. Der eigentliche Witz ist aber: Sie selbst würde weder von ihrem Bergführerdiplom noch von irgendeiner anderen ihrer vielen Leistungen und Fähigkeiten erzählen. Jedenfalls nicht von sich aus. Und schon gar nicht unaufgefordert.

Erschienen in der Ausgabe #128 (Herbst 24)

bergundsteigen #128 cover