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ICAR 2027. Foto: Floobe Medienproduktion
05. Nov. 2026 - 3 min Lesezeit

ICAR-Konferenz 2026: Die Zukunft der alpinen Rettung

Wie werden Rettungseinsätze im alpinen Gelände noch sicherer? Und welche Lehren lassen sich aus außergewöhnlichen Einsätzen ziehen? Bei der ICAR-Konferenz 2026 berieten über 600 internationale Expertinnen und Experten über solche Erfahrungen, neue Technologien und Zukunftsfragen der Bergrettung.

Mehr als 600 Bergrettungsexpertinnen und -experten trafen sich vom 6. bis 11. Oktober 2026 in Innsbruck, um auf der Konferenz der International Commission for Alpine Rescue (ICAR) gemeinsam an der Zukunft der alpinen Rettung zu arbeiten. Die ICAR ist die weltweite Dachorganisation von rund 150 Bergrettungsorganisationen aus 41 Nationen. Ihr Ziel ist es, über den internationalen Erfahrungsaustausch und gemeinsame Fachempfehlungen die Sicherheit im alpinen Raum kontinuierlich zu verbessern. Gastgeber der diesjährigen Konferenz war der Österreichische Bergrettungsdienst (ÖBRD), der mit rund 13.000 freiwilligen Mitgliedern die weltweit größte Bergrettungsorganisation ist.

ICAR 2027. Foto: Floobe Medienproduktion
Der ICAR-Kongress 2027 in Österreich. Foto: Floobe Medienproduktion

Internationale Zusammenarbeit als Grundlage

Neben dem fachlichen Austausch stehen in der Praxis erprobte Verfahren im Zentrum des jährlichen Kongresses. Beim „Practical Day“ auf der Innsbrucker Seegrube demonstrierten und analysierten die Einsatzkräfte Rettungstechniken im alpinen Gelände – von der Boden- und Flugrettung über die Notfallmedizin bis zum Lawinen- und Suchhundewesen. Erstmals veranstaltete die ICAR zudem einen „Innovation Day“ – einen direkten Austausch zwischen Bergrettern und Herstellern zu neuen Technologien.

Die Erkenntnisse aus realen Einsätzen, wissenschaftlichen Untersuchungen und technischen Entwicklungen fließen anschließend in die Arbeit der ICAR und ihrer Mitgliedsorganisationen ein, damit sich Ausbildung, Rettungsverfahren und Sicherheitsstandards weiterentwickeln können. 

Außergewöhnliche Rettungseinsätze und neue Technologien

Einen wesentlichen Bestandteil der Konferenz bildete die gemeinsame Analyse komplexer Rettungseinsätze aus aller Welt. So berichteten österreichische Bergretter unter anderem über die dramatische Rettung von 19 Personen aus einer beschädigten Seilbahngondel am Karren in Dornbirn. Nach einem außergewöhnlichen Unwetter im Juni 2025 saßen die Fahrgäste rund 150 Meter über dem Boden fest. Da das ursprünglich vorgesehene Rettungskonzept nicht angewendet werden konnte, mussten die Einsatzkräfte alternative Lösungen entwickeln.

Von Drohnen und schweren Unwettern

ICAR 2027. Foto: Floobe Medienproduktion
Inwiefern können Drohnen als Unterstützung zur Bergrettung dienen? Foto: Floobe Medienproduktion

Neben solchen Fallanalysen standen auch die Möglichkeiten neuer Technologien im Mittelpunkt: Vorgestellt wurden unter anderem Drohnensysteme, die bei der Suche nach Vermissten helfen, schwer zugängliche Gebiete erkunden oder lebensrettende Ausrüstung transportieren können. Fachleute aus Polen präsentierten beispielsweise Einsatzmöglichkeiten von Drohnen für den Transport von Defibrillatoren, während aus Alaska Erfahrungen mit einem drohnengestützten RECCO-Suchsystem vorgestellt wurden.

Ein weiteres zentrales Feld waren schwere Unwetter und der Klimawandel. Die Bergrettung reagiert auf die extremen Bedingungen im Gebirge mit einer verstärkten Spezialisierung auf Katastrophenszenarien sowie einer engeren Verzahnung mit anderen Einsatzorganisationen.

Der ÖBRD als wichtiger Teil der internationalen Bergrettung

Für den Österreichischen Bergrettungsdienst war die Ausrichtung der ICAR 2026 von besonderer Bedeutung. Mit rund 10.000 Einsätzen im Jahr bringt die Organisation reichlich Praxiserfahrung in die internationale Gemeinschaft ein und nutzt im Gegenzug Erkenntnisse anderer Rettungssysteme für die eigene Arbeit. Diese Zusammenarbeit hat Tradition: Der ÖBRD zählt zu den Gründungsmitgliedern der ICAR, deren Grundlagen 1948 bei Treffen am Wilden Kaiser und in Obergurgl gelegt wurden. Mit dem Kongress 2026 kehrte die Veranstaltung nach 53 Jahren wieder nach Innsbruck zurück.

Die ICAR 2026 unterstrich damit, dass die Weiterentwicklung der alpinen Rettung nur international gelingt. Der Austausch in Innsbruck lieferte damit Impulse für die Praxis der Mitgliedsorganisationen – immer mit dem Ziel, Rettungseinsätze für Verunglückte wie für die Einsatzkräfte noch sicherer zu machen.

Quelle: Pressemitteilung ICAR