bergundsteigen #136 Seele Cover
Magazin Abo
bouldern in der Halle
12. Okt. 2026 - 11 min Lesezeit

Bouldern: Sicherer Kletterspaß oder gefährlicher Risikosport?

Bouldern wird immer beliebter, womit die absoluten Unfallzahlen steigen und sich Fragen nach den typischen Gefahren, dem Risiko und der Prävention stellen, insbesondere in Settings mit Aufsichtsanforderungen.

Teil 1. Sicherheit

Klettern zählt neben Gehen, Laufen, Springen u. a. zu den motorischen Grundfertigkeiten. Nicht zuletzt deshalb wird von Menschen aus unterschiedlichen Gründen schon immer geklettert, in Absprunghöhe und ohne Seilsicherung. Dem sogenannten Bouldern in heutigen Zeiten werden rein sportliche Motive zugeschrieben.

Typische Boulderszene
Typische Boulderszene. Foto: Hansi Heckmair, DAV

Einer der ersten sportlichen Boulderer war Oscar Eckenstein (1859, † 1921) in England, der Sinn darin sah, an Felsblöcken in Wales zu bouldern, nicht nur als Training für Klettertouren im Gebirge, sondern auch zum Selbstzweck. Eine Liste an wegweisenden Boulder:innen ließe sich von den frühen Bleausards in Fontainebleau bei Paris (ab Ende 19. Jhdt.) über John Gill (1937, USA), Jacky Godoffe (1956, Frankreich), „Flipper“ Fietz (1953, BRD) bis in die Gegenwart zu Will Bosi (1998, Schottland), Janja Garnbret (1999, Slowenien) und anderen fortführen.

Eine zunehmende internationale Verbreitung erfuhr das Bouldern in den 1990er- Jahren mit dem Entstehen von künstlichen Kletteranlagen, der Etablierung als weltweite Wettkampfsportart bis zu den Olympischen Spielen (Tokio 2020, Paris 2024) und in Deutschland mit dem Bau großer Boulderanlagen insbesondere ab dem Jahr 2010.

Nach Schätzungen des Deutschen Alpenvereins (DAV) ist in Deutschland von ungefähr 500.000 aktiven Boulder:innen auszugehen, von denen ca. 350.000 Mitglied im DAV1 sind. In seiner bundesweiten Statistik führt der DAV 190 reine Boulderhallen.

Zunahme des Neubaus an Boulderflächen
Markante Zunahme des Neubaus an Boulderflächen in Deutschland ab 2010, alle Anlagen (privat und DAV). Grafik: DAV

Hinzu kommen viele Kletterhallen, die beides anbieten, Seilklettern und Bouldern, und viele kleine Anlagen in (Hoch-)Schulen, Sportvereinen und im öffentlichen Raum (Spiel- und Sportplätze). Zu ergänzen sind die zahlreichen Möglichkeiten, an Felsen zu bouldern und auch an Gebäuden (Buildering).

Somit ist Bouldern heute zu einem etablierten Freizeit-, Breiten-, Leistungs- und Spitzensport angewachsen, der vielfältige Bedürfnisse der Aktiven jeden Alters befriedigt und sogar von führenden Krankenkassen2 als gesundheitserhaltend- und -fördernd und in der Pädagogik3 als positiv wirksam eingeschätzt wird.

Mit der Zunahme an aktiven Boulder:innen nehmen jedoch auch die absoluten Unfallzahlen zu und es stellen sich Fragen nach den typischen Gefahren, dem Risiko und der Prävention, insbesondere in Situationen mit Aufsichtsanforderungen bezüglich Minderjähriger und Teilnehmer:innen von Kursen, Trainings und Gruppen im Anfängerbereich.

Der folgende Text bezieht sich nur auf künstliche Kletteranlagen. Einige Inhalte lassen sich auf das Bouldern an Felsen übertragen. Eigens zu betrachten sind beim Outdoor-Bouldern die Aspekte des Natur- und Umweltschutzes sowie bestimmte Aspekte des Helfens und Sicherns (Spotten).4

Gefährdung und Gefahren

Absturz beim Bouldern auf den Nacken
Absturz auf den Nacken. Foto: Stefan Winter

Während der Begriff „Gefährdung“ das zeitlich-räumliche Setting und das gefährdete Schutzgut5 aufzeigt, benennt der Begriff „Gefahr“ die in einer Gefährdung bestehenden konkreten Situationszusammenhänge, die dem betreffenden Schutzgut verschiedene Schadensarten6 zufügen können. An der Phänomenologie des Boulderns lässt sich unschwer eine Gefährdung der körperlichen Unversehrtheit erkennen.

So ist es augenscheinlich, dass Bouldernde an Kunstwänden aus der Höhe auf den Boden fallen können. Laut Boulderwand-Norm (DIN-EN 12572-2) können Höhen von 4 m (mit Ausstieg am Top) bis 4,5 m (kein Ausstieg am Top) erreicht werden. Dem Fall von einer Boulderwand geht entweder ein Absprung oder Absturz voraus (Absturz: der unbeabsichtigte Fall; Absprung: der willentliche Niedersprung).

Absprung Bouldern mit Blick auf den Boden
Absprung mit Blick auf den Boden. Foto: Marisa Koch, DAV

Konkret besteht dabei die Gefahr, sich Brüche, Risse, Stauchungen, Prellungen des Muskel-, Sehnen-, Bänder- und Knochenapparats zuzuziehen. Auch das Bouldern an sich – unabhängig von einem Absprung bzw. Absturz – ist eine Gefährdung der Gesundheit.

Hier besteht die Gefahr, durch sehr hohe Belastungen von Körperstrukturen bei gleichzeitig mangelnder anatomischer Widerstandsfähigkeit ein akutes Trauma (z. B. Bandruptur) oder einen sich aufbauenden Überlastungsschaden (z. B. Sehnenentzündung) zu erleiden. Eine falsche oder verminderte Körperwahrnehmung und Selbsteinschätzung (zu schwere Boulder, kein richtiges Aufwärmen, unzureichende Regeneration usw.) bedingen Überlastungsschäden.

Schulterbelastung beim Bouldern
Große Schulterbelastung. Foto: Matthias Marke, DAV

Unfallzahlen

Die Sicherheitsforschung des DAV führt zusammen mit dem Kletterhallenverband KLEVER seit 2015 jährlich eine Kletterhallenunfallstatistik durch. Grundlage der Statistik sind die von ca. 250 Kletterhallen in Deutschland gemeldeten Unfälle, die das Alarmieren eines Rettungsdienstes nach sich zogen.

Kletterhallenunfallstatistik 2022
Disziplinenverteilung DAV/KLEVER-Kletterhallenunfallstatistik 2022. Grafik: DAV

Im Jahr 20227 wurden 160 Boulderunfälle gemeldet. Bei einer Aktivenzahl von ca. 500.000 Boulder:innen ist das ein sehr geringer absoluter Wert. Hier muss jedoch auf eine Dunkelziffer an Unfällen hingewiesen werden, die nicht gemeldet wurden oder keinen Rettungsdienst erforderlich machten, und auf solche, bei denen Verunfallte erst später eine ärztliche Behandlung in Anspruch nahmen.

Zudem sind nicht alle gewerblichen Kletter- und Boulderanlagen Mitglied bei KLEVER und melden Unfälle. Außerdem treten viele geringfügige Verletzungen wie Bänderdehnungen, Stauchungen etc. auf, die nicht den Einsatz eines Rettungswagens erforderlich machen. Die erfassten Unfälle betreffen hauptsächlich die körperlichen Extremitäten, die Verletzungen sind zumeist Bandrupturen und -zerrungen sowie Knochenbrüche.

Betroffene Körperregionen bei Boulderunfällen.
Betroffene Körperregionen bei Boulderunfällen. Grafik: DAV

Risiko

Beim Begriff „Risiko“ bestimmen in der landläufig am meisten verwendeten Definition die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schadens und das Schadensausmaß die Aussage8. Um nach dieser Denklogik das (Schadens-)Risiko einer Sportart analysieren zu können, sind Kennzahlen nötig.

In der Sportunfallstatistik werden für die Bestimmung der Eintrittswahrscheinlichkeit eine Population (Stichprobe), die Unfallzahlen in dieser Population und die Dauer der Ausübung (Expositionszeit in h) herangezogen. Damit kann ausgesagt werden, wie viele Unfälle bzw. Überlastungsschäden – in der am meisten verwendeten Bezugsgröße – pro 1000 Stunden Sportausübung in dieser Stichprobe auftreten.

Den Begriff Schadensausmaß zu definieren, ist ungleich schwieriger. Verletzungen und Überlastungsschäden nach Schweregraden zu differenzieren und in eine statistische Taxonomie zu überführen, wird im Sport teilweise über den sogenannten NACA-Code9 umgesetzt.

Kommentarhaft lässt sich sagen, dass die Datenlage im Sport umso differenzierter und umfangreicher und damit aussagekräftiger ist, je mehr wirtschaftliche Interessen vorliegen – Beispiel Profisport und „Volkssport“ Fußball –, je höher der (volks-)wirtschaftliche Aufwand durch kassenärztliche Leistungen ist und je größer der hoheitliche Wille zur Regulierung eines als nicht tolerabel betrachteten Zustands ist.

In der Kletterhallenunfallstatistik von DAV und KLEVER wäre es über die Heranziehung des internationalen NACA-Codes zwar prinzipiell auch möglich, nach Schadensausmaß zu differenzieren, dies ist aber aufgrund der begrenzten Ressourcen der Institutionen im Klettersport nicht umgesetzt. Deshalb wird als abstrakter Grad des Schadensausmaßes, quasi als Messgröße und als relevante Eingangshürde in die Kletterhallenunfallstatistik grundsätzlich die Alarmierung eines Rettungsdienstes verwendet.

Die Annahme ist dabei, dass die Alarmierung des Notrufs 112 und die Bereitstellung eines Rettungstransportwagens (RTW) Beleg einer nachhaltigen gesundheitlichen Funktionsstörung sind. Das Manko für die Auswertung und Bewertung ist hierbei, dass die Schadensbandbreite von schweren Wirbelsäulenverletzungen bis hin zu einfachen Verstauchungen reicht und so die Aussage über das Schadensausmaß qualitativ in die Breite gezogen wird.

Auch werden Überlastungsschäden, die nicht aus einem Unfall resultieren, nicht eigens erhoben, es sei denn sie münden irgendwann in ein gemeldetes relevantes Unfall-Verletzungs-Ereignis. Der Rechenwert dieser Risikoaussage drückt also genau genommen „nur“ eine relativ gut getroffene Eintrittswahrscheinlichkeit auf Basis einer pauschalierten Schadensbestimmung im Sinne von „der Rettungswagen musste kommen“ aus.10

Boulder Setting
Boulder Setting. Foto: Thomas-Schermer, DAV

Das Wissen über die gemeldeten Unfälle mit RTW-Einsatz und die Erkenntnisse über die Eintrittswahrscheinlichkeit erlauben es jedoch, zumindest Annäherungswerte über das Schadensrisiko beim Bouldern zu erhalten bzw. zu erfahren, wie viele Stunden man Bouldern könnte, bis statistisch betrachtet ein Unfall mit Notrufverständigung/RTW-Einsatz eintritt.

Laut annähernd repräsentativen Befragungen des DAV unter seinen Mitgliedern liegt beim Bouldern die Zeit der Sportausübung bei durchschnittlich zwei bis drei Stunden Aufenthalt in der Sportstätte pro Bouldertag.11 Die Netto-Bewegungszeit (Expositionszeit) liegt deutlich darunter; es ist von nur 15 bis 30 Minuten auszugehen.12 Richtet man nun den Blick beispielhaft auf einzelne Kletterhallen13 aus der Kletterhallenunfallstatistik ergibt sich für 2022 folgendes Bild:

Drei ausgewählte große Kletterhallen in München verzeichneten in Summe rund 100.000 Eintritte für Bouldern und meldeten 30 Unfälle, woraus sich bei einer durchschnittlichen Bewegungszeit von 20 Minuten ein Wert von ~ 0,90 Unfällen pro 1000 h Expositionszeit ergibt. Wohlgemerkt nur für diese drei ausgewählten Kletterhallen im Raum München.

Nimmt man beispielhaft drei Kletterhallen aus einer anderen Region (Nordhessen)14, so meldeten diese 2022 gesamt rund 59.000 Bouldereintritte mit 15 Unfällen, woraus sich ein Wert von ~ 0,76 Unfällen pro 1000 h Expositionszeit ergibt. Das heißt, auf 1000 Stunden Expositionszeit entfällt 2022 in beiden Regionalclustern im Rückblick weniger als ein Unfall mit relevanter Verletzung, den eine Person aus den Stichproben erleiden könnte.

Würde man die Rechnerei auf die Spitze treiben, hätte z. B. eine Person der Münchner Stichprobe theoretisch 47 Jahre15 lang bouldern gehen können, bis ihr ein Unfall zustößt. Daraus würde wohl jede:r den Schluss ziehen, dass sich in den beschriebenen Kletterhallen 2022 Indoorbouldern als relativ risikoarme Breiten- und Freizeitsportaktivität erwiesen hat.

Hannah Meul beim Wettkampfklettern
Hannah Meul beim Wettkampfklettern. Foto: Marco Kost

Da die Begriffe Gefährdung, Gefahr und Risiko geisteswissenschaftlich betrachtet an sich wertneutral sind, stellt sich die Frage, auf welcher Grundlage eine derartige Bewertung der Zahlen beruht. Ob ein errechnetes Risiko als tolerabel oder nicht hinnehmbar eingeschätzt wird, ist im Sport ein gesellschaftliches und institutionelles Werturteil.

Vermutlich ist wegen der fehlenden Relevanz des Boulderns in der öffentlichen Aufmerksamkeit bis heute keine breite Debatte über das Schadensrisiko beim Bouldern entstanden und so bleibt es dem Verkehrskreis weitgehend selbst überlassen, vorliegendes Wissen zu diskutieren und daraus Schlüsse zu ziehen.

An dieser Stelle lohnt sich ein vergleichender Blick auf die Unfall-Eintrittswahrscheinlichkeiten pro 1000 h Expositionszeit anderer Sportarten, wenngleich auch hier die Datenlage gering ist, die Vergleiche aufgrund unterschiedlicher systematischer Herangehensweisen „hinken“ und auch die Aktualität gering ist.

Dennoch soll zumindest das zitiert werden, was dem Autor bekannt ist, auch wenn Vergleiche des Breitensports mit dem Leistungssport durchaus problematisch sind: Indoorklettern (Weltcup) 3,1, Rock Climbing 4,2, Männerfußball Profis 9,4, Handball Frauen Wettkampf 50,0, Rugby Amateure Wettkampf 283,0.16 Selbst unter Miteinbezug einer hohen Dunkelziffer an Boulderunfällen (Verdopplung der Unfallzahlen) läge deren Eintrittswahrscheinlichkeit (basierend auf vorliegenden Beispielrechnungen 2022) im Vergleich zu anderen Werten aus dem Sport deutlich im unteren Eskalationsbereich, was eben für ein relativ geringes Schadensrisiko spricht.

Boulder Anlage
Boulder-Außenanlage. Foto: DAV

Fazit Sicherheit

Bouldern ist ein relatives Wagnis mit an sich schützenswerten Handlungen, dessen Gefahren durch die handelnden Personen auf ein akzeptables Maß reduziert werden können.

  • Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Unfalls beim Bouldern ist gering. Das Schadensausmaß liegt im Bereich von geringfügigen bis mäßigen, selten bis schweren, aber nicht lebensbedrohlichen Verletzungen.
  • Die gesellschaftliche Akzeptanz der Unfallzahlen gegenüber den gesundheitlichen Vorteilen des Boulderns ist derzeit gegeben.
  • Das Neminem-laedere-Prinzip17 müssen alle Boulder:innen beim Besuch einer Anlage beachten, d. h. stets Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer:innen nehmen.

Bemerkungen:

1 DAV-Mitgliederbefragung 2022 zu Sportaktivitäten

2 https://www.tk.de/techniker/magazin/sport/sporttrends/bouldern-2063208, aufgerufen am 06.02.24; und https://www.barmer. de/gesundheit-verstehen/sport/sportarten/bouldern-1072084, aufgerufen am 06.02.24

3 Grundlagen: „Sportklettern mit Kindern und Jugendlichen“, Stefan Winter, BLV-Verlag 1999; „Klettern“, Peter Klein/Erich Schunk, Hofmann Verlag 2009; „Therapeutisches Klettern: Anwendungsfelder in Psychotherapie und Pädagogik“, Anne-Claire Kowald/Alexis Zajetz (Hrsg.), Schattauer Verlag 2018

4 Siehe aktuelle Veröffentlichungen in: PANORAMA, Heft 3/2024, „Landung stabil“, Martin Prechtl; „Sicher draußen bouldern“, Benedikt Trübenbacher, DAV, München, 2024

5 Nachstehend geht es um die Gesundheit als Schutzgut.

6 Es wird zwischen einer Verletzung nach plötzlich eintretendem Unfallereignis und einer sich kontinuierlich aufbauenden Überlastung einer Körperstruktur unterschieden.

7 https://www.alpenverein.de/verband/bergsport/sicherheitsforschung/kletterhallen-unfallstatistik, aufgerufen am 06.02.24 https://www.kletterhallenverband.de/unfallprotokoll/, aufgerufen am 06.02.24

8 Siehe die häufig zitierte und verwendete Risikomatrix nach Nohl: „Systematik zur Durchführung von Gefährdungsanalysen“, Teil I und II; Nohl, J./ Thiemecke, H. (Hrsg.), in: Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz, Fb. 536 und 542, 1988

9 Der NACA-(„National Advisory Committee for Aeronautics“-)Score ist ein verbreitetes deskriptives Instrument zur Einschätzung der Schwere von Verletzungen und Erkrankungen in der präklinischen Notfallmedizin. Die Verletzungsschlüssel des siebengradigen NACA-Scores wurden in Deutschland in ein bundeseinheitliches Notarzt-Einsatzprotokoll integriert und finden auch im Sport Anwendung. Eine monetäre Bezifferung des Unfallschadens findet nicht statt.

10 Todesfälle beim Indoorbouldern sind der Sicherheitsforschung des DAV bislang nicht bekannt. Die Verletzungsschweregrade in der Kletterhallenunfallstatistik bewegen sich nach eigenen Einschätzungen zwischen NACA II und NACA III.

11 DAV-Mitgliederbefragung 2022 zu Sportaktivitäten, ~ repräsentativ hinsichtlich Alter, Geschlecht, Region

12 Gemittelte Beispielrechnung: bei 20 gekletterten Bouldern bis zum Top zu je ca. 40 bis 80 Sekunden Boulderzeit ergibt sich eine Netto-Expositionszeit von ca. 20 Minuten.

13 DAV-Kletterzentren: München/Freimann, München/Thalkirchen, Gilching b. München

14 DAV-Kletterzentren: Nordhessen (Kassel), Marburg, Bielefeld

15 In der Münchner Stichprobe gab es 2022 insgesamt 30 gemeldete Unfälle bei 100.000 Eintritten, das entspricht 0,0003 Unfällen pro Eintritt. Eine Person, die auf dieser Basis 70-mal im Jahr eine Bouldereinheit absolvierte (1,3/Woche), hatte ex post ein Unfallrisiko von 0,021 Unfällen/Jahr und hätte demnach 47,6 Jahre in dieser Häufigkeit bis zu einem statistisch betrachtet eintretenden Unfall bouldern gehen können.

16 Unfallrisikoanalyse Klettersport, Masterthesis, PD Dr. med. Volker Schöffl, Erlangen, 2009

17 Das alte Neminem-laedere-Gebot des römischen Rechts ist ein allgemeiner Grundsatz, der vorsieht, niemand anderem Schaden zuzufügen (siehe auch §§ 823 ff. BGB).

Erschienen in der Ausgabe #127 (Sommer 24)

bergundsteigen #127 cover